Heute ist die 9. Rauhnacht. Heute beschäftigen wir uns mit dem Thema Gelassenheit.

Jeder wünscht sich Gelassenheit. In meinen Workshops und Coachings ist es neben Liebesbeziehungen der häufigst genannte Wunsch-Zustand. Das mag auch daran liegen, dass unsere Welt immer schnellebiger wird und wir uns immer seltener im Moment befinden, sondern unser Geist ständig abgelenkt und immer schon im nächsten Thema steckt. Es erfordert für die meisten von uns einen Grad an Anstrengung, im Jetzt zu sein. Meditation ist auch hier wieder eine gute Übung, uns nicht ablenken zu lassen, sondern nur im Hier und Jetzt zu sein.

Vor Allem hängt Gelassenheit aber davon ab, wie sehr wir loslassen können. Gelassenheit fühlen wir, wenn wir nur noch wir selbst sind. Innerer Friede, das Gefühl von Ruhe und Zufriedenheit führen zu Gleichmut und damit zur Gelassenheit. Nur noch bei uns zu sein, heißt, unterscheiden zu können, was unsere eigene Angelegenheit ist und was die Angelegenheit unseres Gegeübers oder Anderen ist. Alles, was dazu führt, dass wir uns von uns selbst entfernen, das uns von uns selbst ablenkt, lässt unsere Gelassenheit verschwinden. Das kann ein provokanter Spruch unseres Gegenübers sein, unangebrachte Kritik, ein banales Ereignis, das uns aus unserem gewohnten Tagesablauf bringt oder ein Ereignis, das Dein bis dahin sicheres Leben aus den Fugen geraten lässt.

Gelassenheit hat mit Freiheit zu tun. Uns frei zu machen von den von außen auf uns zutreffenden Ereignissen. Je mehr wir in unserer Mitte ruhen und wahrnehmen, dass die Ereignisse im Leben dazu dienen, uns wachsen zu lassen, desto gelassener können wir sie auch als das nehmen und sofort wieder loslassen. Übernimm Verantwortung für Deine Angelegenheiten und lass die Angelegenheiten anderer dort, wo sie hingehören – bei den anderen. Wenn Dir jemand also zum Beispiel einen provokanten Spruch an den Kopf knallt – atme dreimal durch, mach Dir bewusst, dass die Provokation die Angelegenheit des anderen ist und übernimm die Verantwortung darüber, wie Du darauf reagierst. Steigst Du auf die Provokation ein, lässt Dich verunsichern und lässt Dich aus Deiner Gelassenheit reißen, oder reagierst Du zum Beispiel mit den Worten “Ich nehme Deine Provokation in Deinen Worten wahr. Was steckt dahinter? Willst Du mir erklären, wie Du Dich fühlst, warum Du Dich mir gegenüber so verhältst?”

Übung zur 9. Rauhnacht

Erinnere Dich an das letzte Gespräch, die letzte Situation, in der Du Dich provozieren lassen hast. Gehe die Situation in Gedanken noch einmal durch. Was genau hat Dich aus der Gelassenheit gebracht? Welche Gefühle, welche Ängste, welche Regeln haben dazu beigetragen?

Was kannst Du tun, um in solchen Augenblicken gelassen zu bleiben? Wie kannst Du Dein Gegenüber ernst nehmen und Dich ihm oder ihr zuwenden und trotzdem bei Dir selbst bleiben?  Bemerkst Du, wenn Dein Selbstbewusstsein angekratzt wird? Wenn Unausgesprochenes Ängste oder alte Muster hervorruft?

Kannst Du Dir bewusst machen, dass alles, was Dir geschieht Deine eigene Verantwortung ist? Dass Du selbst den Zustand bestimmst, den Aussagen anderer bei Dir auslösen? Deine Reaktionen und Gefühle sind Ergebnisse Deiner Interpretationen der Worte und des Verhaltens Deines Gegenübers.Bleibe einen Moment bei diesem Gedanken und mache Dir das einmal ganz bewusst. Wo sind hier alte Wunden, Ängste, die immer wieder auftauchen? Wie kannst Du Dich hier um Dich selbst sorgen, dass diese alten Wunden in neuen Begegnungen keinen so starken Einfluß mehr haben?

Wie kannst Du in der Gelassenheit bleiben?

Rückblick und Vorschau

Die heutige Rauhnacht steht für den Monat September. Schauen wir wie immer erst zurück in den letzten September und setzen dann Intentionen für den September im nächsten Jahr:

Rückblick

Was hat mich im letzten Jahr immer wieder aufgeregt? Wo konnte ich nicht gelassen sein?
In welchen Lebensbereichen, mit welchen Menschen kann ich nicht loslassen und bei mir bleiben?
Für welche Ängste und Muster sind diese Menschen und Situationen gute Lehrmeister?

Welche Menschen waren mir besonders wichtig?
Was war besönders schön?
Wem bin ich dankbar?

Was war nicht so schön?
Gab es Streit oder Enttäuschungen? Wem habe ich noch nicht verziehen?
Welche Situation aus dem letzten September möchte ich jetzt bereinigen?

Vorausschau

Was habe ich heute geträumt?
Wie ist das Wetter, wie die heutige Stimmung?
Wer oder was ist mir heute begegnet, an wen oder was habe ich gedacht, wer oder was ist mir in der Meditation begegnet?
Wie fühlt sich heute an?

Wann konnte ich heute loslassen, wann habe ich mich ge-lassen gefühlt?
Wo möchte ich mehr Gelassenheit in meinem Leben im nächsten Jahr?

Ich wünsche Dir eine wundervolle Rauhnacht!

Love & Light

Deine
Dannie

Quellen:
Das Wunder der Rauhnächte, Valentin Kirchgruber
Rauhnächte, Elfie Courtenay
Rauhnächte, Zeit für mich, Anne Stallkamp, Werner Hartung

Today is the 9th Rauhnacht. Today we deal with the issue of serenity.

Everyone wants serenity. In my workshops and coaching, it is next to love relationships of the most frequently mentioned desired state. That may be because our world is becoming increasingly fast-paced and we rarely find ourselves in the moment, but our minds are constantly distracted and always already stuck in the very next issue. For most of us it requires a degree of effort to be in the now. Meditation is again a good practice not to be distracted but only to be in the here and now. And find serenity.

Above all serenity depends on how much we can let go. We feel serenity when we are just ourselves. Inner peace, a feeling of calmness and contentment lead to equanimity and thus to serenity. Only to be with us, means being able to distinguish what is our own affair, and what’s the matter of our counterpart or others. Everything that distracts us from ourselves, lets our serenity disappear. It can be a provocative slogan of our counterparts, a misplaced criticism, a banal event that brings us out of our daily routine or an event that takes our life off its hinges.

Serenity has to do with freedom. To make us free from the relevant external events for us. The more we rest in our midst and perceive that life events serve to make us grow, the more relaxed we can take it as that and release it immediately. Take responsibility for your affairs and let the affairs of others where they belong – to the other. So if someone, for example, pops a provocative slogan  – inhale and exhale three times, do realize that the provocation is the matter of the other and take over responsibility about how you react to it. Are you reacting onto the provocation, do you let this take you our of your serenity, or do you react, for example, with the words “I realize the provocation in your words. What’s behind it? Will you tell me how you feel, why you treat me like this? “

Exercise for Rauhnacht #9

Remember the last conversation, the last situation in which you could not let go. Go through the situation in your mind again. What exactly brought you from the serenity? What feelings, the fears which rules have helped?

What can you do to remain calm in such moments? How can you take your counterpart seriously and still turn towards him or her? What exaclty had torn down your serenity? Were there fears or old patterns hiding behind the unspoken?

Can you realize that everything that happens to you is your own responsibility? That you yourself take control of the state you are in, trigger the statements of others in you? Your reactions and emotions are results of your interpretations of the words and behavior of your couterpart. Stay with this thought for a moment and be very consciously. Were there old wounds, fears that come up again and again? How can you take care for yourself here that these old wounds in new encounters do not have such a strong influence anymore?

How can you stay in your serenity?

Review and Preview

Today’s Rauhnacht stands for the month of August. As always we look back only in the end of August and then set intentions for August next year:

Retrospect

What has made me furious again and again in the past year? Where could I not let go?
In which areas of life, which people can I not just let go and stay with myself?
For which fears and patterns are these people and situations good teachers for me?


Which people were particularly important to me?
What was extraordinarily beautiful?
Who am I grateful for?

What was not so nice?
Were there any quarrel or disappointment? Who I have not yet forgiven?
Which situation from last September would I like to clean up now?

Foresight

What have I dreamt today?
What’s the weather like today?
How does it feel now?

When was I able to let go? When did I feel serene today?
Where do I want more serenity in my life in the next year?

I wish you a wonderful Rauhnacht #9!

Love & Light

Yours
Dannie

Sources:
Das Wunder der Rauhnächte, Valentin Kirchgruber
Rauhnächte, Elfie Courtenay
Rauhnächte, Zeit für mich, Anne Stallkamp, Werner Hartung